Allgemein · Baby

Was sind Koliken?

Wie sehr hat man sich während der Schwangerschaft auf das Baby gefreut. Hat sich ausgemalt wie der Alltag sein wird, das Baby lieb kuscheln und mit ihm Lachen und Spielen zu können.

Das war eine schöne Vorstellung, doch ich musste feststellen, dass Babys am Anfang noch nicht viel können. Babys kommen eigentlich 3 Monate zu früh und „unfertig“ zur Welt. Das ist wohl der Preis für das große Gehirn der Menschen, da 3 Monate später keine normale Frau so einen riesigen Kopf aus dem Unterleib pressen könnte. Doch was meine ich mit unfertig? Eigentlich alles, Babys können am Anfang noch nicht richtig sehen, höchstens auf 30 cm Entfernung und wenn Sie etwas sehen oder hören, kann es sehr leicht passieren das sie überreizt reagieren, da sie das Geräusch noch nicht einordnen können. Babys müssen erst sich selbst entdecken: Hände, Füße, eigene Geräusche von der Umwelt abgrenzen. Außerdem ist der Darm, bei der Geburt, noch nicht wirklich funktionsbereit. Er muss erst in Gang kommen und der Dickdarm durch Mikroorganismen besiedelt werden. Das Baby hat es also ziemlich schwer am Anfang und muss sich dem neuen Leben außerhalb des Bauches anpassen. Die Anpassungsschwierigkeiten können sich als Koliken äußern. Doch was sind Koliken überhaupt? Auf einer Seite habe ich das hier gefunden: „Koliken ist ein Sammelbegriff für jedes unkontrollierte Weinen eines Babys, das eigentlich gesund ist.“ – Ok, es ist gesund – das klingt doch schon mal gut!

Wie äußern sich Koliken?

  • Das Baby schreit untröstlich, hat Regelmäßige Schreianfälle und lässt sich kaum beruhigen. Angeblich kommen diese Schreianfälle gehäuft am Nachmittag und Abend vor.
  • Koliken können sich auch als Blähungen äußern, bei dem das Baby seine Beine immer wieder an den Bauch drückt und dann durchstreckt. Ihr müsst bedenken die Verdauung der Babys funktioniert noch nicht so gut und wenn mal ein Pups quersitzt tut das ziemlich weh!

Ursachen von Koliken können sein:

  • Blähungen
  • Große Nahrungsmengen die verarbeitet werden müssen, denn Babys nehmen zum Teil ein Fünftel ihres Körpergewichts an Nahrung auf.
  • Babys Nervensystem ist unausgereift (Überreizung)
  • Regulationsstörungen, diese werden in Schrei-/ Schlaf- und Futterstörungen unterteilt.

->Unter Schreistörungen versteht man exzessives Schreien unter der verminderte Fähigkeit sich selbst Beruhigen zu können. Häufig sind diese Babys sehr interessiert und aufnahmefähig, können aber schlecht von den ganzen Eindrücken „abschalten“ und überreizen sehr leicht. Das einzige Mittel das Babys am Anfang kennen ist leider das Schreien.

-> Schlafstörungen: Im Idealfall wachen Babys nachts auf, trinken etwas und schlafen nach 30 min wieder ein. Bei einer Schlafstörung wird das Baby nachts sehr häufig wach und findet nicht mehr zurück in den Schlaf.

->Futterstörungen: zum Beispiel wenn das Baby nur kurz trinkt oder häufig trinken will, nach der Mahlzeit nicht lange zufrieden ist.

Während der Entwicklung der Babys in den ersten Monaten haben bestimmt schon alle Eltern Erfahrungen mit Koliken gemacht. Es müssen sich auch nicht alle Punkte manifestieren, wir hatten zum Beispiel hauptsächlich mit Blähungen und Überreizung zu kämpfen und entsprechende Gegenmaßnahmen müssen dann ergriffen werden. Diese werde ich aber in meinem nächsten Beitrag über Blähungen bei Babys darstellen.

Letztendlich war es bei uns aber so, dass all die Tipps und Mittelchen eigentlich kaum was gebracht haben. Das einzige was wirklich geholfen hat: war den kleinen ganz doll lieb haben, tragen und das Geschrei aushalten und abwarten. So einfach und doch so schwer ist es! An alle verzweifelten Eltern da draußen, haltet durch! Es wird wirklich besser mit der Zeit, auch wenn man es nicht glauben mag. Bei uns fing es ab der 8ten Woche an besser zu werden und mit 16 Wochen merken wir eigentlich gar nichts mehr von den Koliken (dafür kommen jetzt die Zähne, juhu….).

Allgemein · Baby

Top und Flops bei Anschaffungen fürs Baby, Teil I

Vor der Ankunft des Babys macht man sich einige (ziemlich viele sogar!) Gedanken um die Anschaffungen fürs Baby. Ich wollte nach 2 Monaten mein erstes Resümee ziehen was sich für mich gelohnt hat und was nicht.

Top:

  • Spucktücher: Eins kann man sich sicher sein, davon kann man niemals zu viel haben! Ich behaupte mal, dass Babyboy kein Spuckkind ist und dennoch kommt ihm hier und da mal etwas hoch. Ich habe in den meisten Zimmern 1-2 Spucktücher rumfliegen, denn nach dem Stillen ist erstmal Bäuerchen machen angesagt und zwischen dem Shirt und dem Kind sollte möglichst ein Spucktuch liegen. Meiner Erfahrung nach, kommt immer was mit hoch wenn man gerade KEINS in der Nähe hat.
  • Beistellbett: Ziemlich super Erfindung. Der Kleine liegt neben dir, aber in seinem eigenen Bettchen aus dem er auch nicht rausfallen kann. Ich hatte vorher die Panik, dass ich das Baby im Schlaf ausversehen platt walzen könnte (kann natürlich nicht passieren, das weiß ich jetzt). Das praktische ist, man kann einfach rüber greifen, um den Kleinen zu beruhigen oder den Schnuller wieder reinzustecken, ohne aufstehen oder über ein Gitter greifen zu müssen. Außerdem finde ich hat man die perfekte Nähe/Distanz Verhältnis, denn kleine Babys können nachts ziemlich laut sein. Meiner jedenfalls grunzte und röchelte am Anfang sehr laut.
  • Tragetuch: Ist super in den ersten Wochen und danach. Sehr nützlich wenn man zwei Hände freihaben will, um etwas im Haushalt zu schaffen. Auch super um das Baby in den Schlaf zu schunkeln, denn irgendwann werden die Arme müde!
  • Kinderwagen: Bei mir erst nützlich seit der 6ten Woche. Vorher hat er Panikartig in dem Ding geschrien. Nun ist es ganz praktisch um mal aus dem Haus zu kommen und sich wieder zu bewegen (ich fühle mich immer noch so schnell k.o.). Dank Schnuller kann er sich auch im Kinderwagen beruhigen und einschlafen – leider aber nur so lange das Ding in Bewegung bleibt.
  • Schnuller: Ich hatte am Anfang wirklich sorge wegen Saugverwirrung oder ähnlichem, aber im Endeffekt kommt es doch sehr sehr selten vor und der Schnuller, wenn er angenommen wird, ist wirklich ein Segen. Ich kann ohne den Schnuller nicht mit dem Kinderwagen spazieren gehen, geschweige denn Autofahren. Babyboy gehört leider nicht zu den Kindern, die müde sind, in die Leere gucken und dann einfach so einschlafen oder sich selbst beruhigen können. Aber Nuckelhilfen können helfen, Danke! Bisher nimmt er nur den Philips Avent Soothie..ich hoffe er nimmt bald auch einen anderen, denn den Soothie darf man nur bis zum 3. Monat benutzen ;-(
  • Activity Center: Seit Babyboy über 6 Wochen ist, kann ich ihn mal „alleine“ im Activity Center spielen lassen. Er schaut vergnügt die bunten Farben, Speizeuge und Lichter an. Toller Nebeneffekt, solange Babylein beschäftigt ist, kann Mama sich schnell ein Brot in die Figur schieben.

Flop:

  • Stubenwagen: haben wir gebraucht gekauft. Ein Mal ausprobiert und dann nie wieder. Irgendwie mag er das zur Seite Schaukeln nicht so sehr, fängt gleich an zu weinen, aber wir haben da auch keine tolle Matratze für gekauft. Nun wird sie wieder verkauft.

 

 

Allgemein · Baby

Ein Jaein zum Stillen #Blogparade Wochenbett

Da ich gerade das Wochenbett meines ersten Kindes hinter mir habe bin ich dem Aufruf zur # Blogparade mit dem Thema Wochenbett von motherbirthblog gerne gefolgt.

Das Wochenbett war für mich eine Blackbox, ein wages Vorstellungsgebilde mit unterschiedlichen Hoffnungen und Erwartungen. Ich stellte mir eine glückliche Familie vor, die sich rund um die Uhr um den neuen Erdenbürger kümmern wird mit viel Elan und Hingabe, aber auch mit Erschöpfung zu kämpfen hat. So in etwa war meine Vorstellung, aber wie mein Wochenbett dann tatsächlich wurde, hätte ich niemals erwartet. Aber eins nach dem anderen:

Die Geburt verlief bei mir sehr heftig aber dafür schnell und ohne Komplikationen, daher war ich danach körperlich sehr schnell wieder auf der Höhe. Vom ersten Moment an, als ich mein Baby gesehen habe, war diese tiefe, bedingungslose Liebe da. Ich dachte einfach nur „Er ist soo schön, so perfekt, ich liebe ihn über alles“, diese Emotionen hätte ich mir niemals träumen lassen. Die ersten Wochen nach der Geburt fuhren die Emotionen bei mir Achterbahn. Ich hätte wegen jeder emotionalen Aussage sofort heulen können, zum Beispiel wenn mein Mann sagte „Ich will für euch da sein“ oder „Er ist das größte Geschenk“. Mich hatte wohl der Babyblues erwischt!

Die unschöne Seite des Wochenbettes war der verdammte Kampf mit meinen Brustwarzen und dem Stillen! Die ersten zwei Wochen war ich gefühlt nur mit meinen Brustwarzen beschäftigt. Warum erzählt es einem keiner, dass stillen ziemlich schmerzhaft ist! Erst jetzt wurde mir klar, dass in der Öffentlichkeit das Stillen ziemlich romantisiert wird. Man stelle sich die glückliche Mutter vor, die an einem schönen lau warmen Abend auf dem Sofa sitzt – sie ist in ein warmes Licht gehüllt und schaut dabei liebevoll auf ihr Baby, dass sie gerade stillt. Beide sind soooo glücklich und der Moment scheint perfekt zu sein. So war jedenfalls meine Vorstellung. Ich sag euch was: es ist alles Augenwischerei! Am Anfang tut das Stillen (wahrscheinlich bei jeder Erstgebärenden) verdammt weh!!! Ohne Witz, so einen Schmerz habe ich noch nie gespürt. Wenn das Baby eure Brustwarze in den Mund nimmt und ihr verkrampft weil ihr schon wisst das es gleich weh tun wird… dann ist es soweit der stechende Schmerz durchzieht den ganzen Körper, ihr müsst die Zähne zusammen beißen um nicht aufzuschreien, DAS ist Stillen (am Anfang). Von wegen Friede Freude Eierkuchen…in den ersten zwei Wochen kreißten meine Gedanken und Gefühle nur um das Stillen. Ich habe mir ziemlich Vorwürfe gemacht, dass ich das Stillen nicht „genießen“ kann. „Warum kann ich nicht diese Schmerzen einfach aushalten, es ist doch das Beste für mein Baby“, habe ich immer gedacht. Ich habe jeden Tag geheult, weil ich mit dieser Situation nicht klar kam, ich wollte doch stillen, wollte die Erwartungen erfüllen, wollte perfekt sein? Warum erzählt es keiner vorher, dass es so schmerzhaft und problematisch ist? Und das schlimmste dabei war, ich konnte mein Baby gar nicht richtig genießen oder geschweige denn „kennenlernen“, denn ich wusste, wenn es das nächste Mal aufwacht, will es wieder essen und das bedeutet STILLEN. Ich hatte schon langsam Panik vor dem Stillen, meine Brustwarzen haben so weh getan: alles war wund, rissig und total empfindlich. Wie ihr euch vorstellen könnt, war dieser ganze Stress ebenfalls nicht förderlich für die Milchproduktion. Ich befand mich plötzlich in einer Spirale von Schuldgefühlen und inneren Stillzwang und war total unglücklich und sogar manchmal „sauer“ auf das Baby warum es denn nicht richtig trinken mag. Dazu muss ich sagen, dass er häufig an der Brust eingeschlafen ist und viel genuckelt hat, dadurch konnte sich eine Mahlzeit in die Ewigkeit ziehen, was nicht sehr förderlich für die Brustwarzen war.

Als ich an diesen Punkt angelangt bin, in dem das Stillen und das Baby mit negativen Gefühlen wahrnimmt, musste sich endlich was ändern! Meine Rettung war die Säuglingsnahrung. Ich geb es ganz offen zu, ich hab irgendwann zugefüttert! Am Anfang hatte ich sogar ein ziemlich schlechtes Gewissen und ein Gefühl des Versagens dabei, aber genau deswegen möchte ich es hier ansprechen. Man hat als Frau/ Mutter ein Idealbild im Kopf und will irgendwelchen Standards entsprechen. Doch man muss den Weg finden der für einen Selbst der Richtige ist. Für alles gibt es eine Lösung, man muss sich nur zu helfen wissen. Ich hatte sogar ein schlechtes Gewissen meiner Hebamme über das Zufüttern zu erzählen, ich fühlte mich gleich in einer Verteidigungsposition, denn man muss sich (gefühlt) immer erklären warum man nicht vollstillt.

So habe ich die Zwiemilch Ernährung eingeführt. Zwiemilch beschreibt die Fütterungsform des Stillens UND der Fläschengabe (ob nur 1x am Tag oder mehrfach).

Ich hab es jedenfalls so gemacht: Ich hatte vom Krankenhaus eine Pumpe verschrieben bekommen und diese habe ich dann 1-2 Tage benutzt, um meine Brustwarzen zu entlasten, aber die Milchproduktion immer noch beizubehalten. Es ist erstaunlich wie schnell die Brustwarzen sich erholen können, endlich konnten die Risse heilen. Während dessen habe ich Pre Nahrung an unser Baby gefüttert. Nach diesen 2 Tagen habe ich den Kleinen wieder gestillt, aber immer nur ca. 15min pro Brust und ihm danach die Flasche angeboten, falls er noch nicht genug getrunken hat. Ich muss sagen das hat super geklappt! Ich fühlte mich endlich gut und war mir sicher der Kleine bekommt genug zu essen und ich hatte nicht mehr den Psychodruck bis zur Unendlichkeit stillen und die Schmerzen aushalten zu müssen. Erst nach dieser Umstellung konnte ich mich endlich dem Kleinen widmen und ihn genauer Kennenlernen.

Und wisst ihr was? Ich stille nach 6 Wochen wieder (so gut wie) voll 😉 Durch das entspannte Verhältnis zum Stillen wurde die Milchproduktion wohl wieder angekurbelt und ich habe so gut wie keine Schmerzen mehr dabei.

Daher ist mein Plädoyer: Stresst euch wegen dem Stillen nicht so! Auch Flaschen- oder Zwiemilchkinder werden groß und gesund und DAS sollte doch das wichtigste für uns Mütter sein 🙂